Vapourisieren gilt als gesündere Alternative zum Rauchen – aber nicht alle Geräte sind gleich. Welche Vaporizer-Typen gibt es, welche Temperaturen sind ideal und was sollte man bei der Technik beachten?
Vapourisieren erhitzt Cannabis auf eine Temperatur, bei der die Cannabinoide und Terpene verdampfen – aber kein Verbrennungsprozess stattfindet. Das vermeidet einen Großteil der schädlichen Verbrennungsprodukte (Teer, Benzol, Kohlenmonoxid), die beim Rauchen entstehen.
## Warum Vapourisieren gesünder ist
Beim Rauchen verbrennt Cannabis bei Temperaturen über 800 °C. Dabei entstehen Hunderte von Verbrennungsprodukten, darunter polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Benzol und Kohlenmonoxid. Viele dieser Substanzen sind krebserregend oder lungenschädigend.
Beim Vapourisieren werden Temperaturen von 160–230 °C genutzt – heiß genug, um Cannabinoide und Terpene zu verdampfen, aber zu niedrig für vollständige Verbrennung. Eine 2007 veröffentlichte Studie (Abrams et al., Clinical Pharmacology & Therapeutics) zeigte, dass Vapourisieren zwar ähnliche Cannabinoid-Mengen liefert wie Rauchen, aber deutlich weniger Kohlenmonoxid und andere Schadstoffe erzeugt.
Kein Nullrisiko: Auch Vapourisieren ist nicht vollständig risikofrei. Zu hohe Temperaturen können Terpene und Cannabinoide in schädliche Nebenprodukte zersetzen. Schlechte Geräte mit minderwertigen Materialien können giftige Dämpfe abgeben.
## Vaporizer-Typen im Überblick
Desktop-Vaporizer (stationär): Geräte für zuhause, die an die Steckdose angeschlossen werden. Präziseste Temperaturkontrolle, gleichmäßigste Dampfqualität. Bekannteste Modelle: Storz & Bickel Volcano (Ballon-System), Arizer Extreme Q.
Vorteile: Beste Leistung, langlebig, präzise Temperatur, Ballon-System für geteilten Konsum. Nachteile: Nicht mobil, hoher Preis (150–800 €), braucht Strom.
Portable Vaporizer (mobil): Akku-betriebene Geräte für unterwegs. Breites Angebot von einfach bis High-End. Bekannteste: Storz & Bickel Mighty/Crafty+, Arizer Solo, PAX 3, Davinci IQ2.
Vorteile: Mobil, diskreter als Rauchen, gute Leistung bei Markengeräten. Nachteile: Akkus müssen geladen werden; günstigere Modelle oft unpräzise; Preisrange 50–400 €.
Vape-Pens (Stift-förmig): Sehr kleine, günstige Geräte meist für Wachs, Konzentrate oder vorbereitete Kartuschen. Für Blüten weniger geeignet.
Vorteile: Klein, günstig, einfach. Nachteile: Schlechte Temperaturkontrolle, begrenzte Leistung, oft minderwertige Materialien.
## Temperaturen und ihre Wirkung
Die Temperatur beim Vapourisieren beeinflusst, welche Verbindungen verdampft werden – und damit das Wirkungsprofil erheblich.
160–180 °C (niedrig): Vorrangig leichte Terpene (Limonen, Pinen) verdampfen. Klarer, fokussierter Effekt. Weniger THC-Ausbeute. Ideal für: Einsteiger, tagsüber, soziale Situationen.
185–200 °C (mittel): Optimaler Bereich für die meisten Cannabinoide und Terpene. THC vollständig verfügbar, schwere Terpene (Myrcen, Caryophyllen) verdampfen. Ausgewogenes Wirkungsprofil. Empfehlung für die meisten Konsumenten.
210–230 °C (hoch): Maximale Wirkstoffausbeute, aber auch Beginn leichter Verbrennungsnebenprodukte. Schwerere, sedierendere Wirkung durch CBN-Entstehung. Ideal für: Abend, Schlaf, schwere Schmerzen.
Über 230 °C: Nicht empfohlen – zunehmend schädliche Verbrennungsprodukte, kaum Mehrwert.
## Technik: So vapourisiert man richtig
Mahlen: Cannabis gleichmäßig fein (nicht zu fein) mahlen. Ein Grinder mit mittlerer Körnung ist ideal. Zu fein gemahlenes Cannabis verstopft das Gerät.
Menge: Kammer nicht überfüllen – 0,1–0,3 g sind oft genug für eine Session. Locker befüllen, nicht pressen.
Aufheizen: Gerät vollständig aufheizen lassen, bevor gezogen wird. Ziehen während der Aufheizphase liefert unvollständigen Dampf.
Zugstärke: Langsam und gleichmäßig ziehen – nicht wie beim Rauchen kräftig, sondern konstant und tief.
Gerät reinigen: Nach jeder Session kurz ausklopfen. Regelmäßige Reinigung (Isopropanol) verbessert Dampfqualität erheblich.
## AVB: Already Vaped Bud
Das nach dem Vapourisieren verbleibende Material (AVB oder AVB – „Already Vaped Bud") ist nicht wertlos. Es enthält noch restliche Cannabinoide (decarboxyliertes THC, CBN) und kann für Edibles weiterverwendet werden – ohne erneutes Erhitzen.
Über diesen Artikel
Verfasst und geprüft von der Redaktion BlattWerk e.V. — lizenzierte Anbauvereinigung in Hildesheim. Unsere Artikel basieren auf dem aktuellen Stand der Gesetzgebung, wissenschaftlichen Publikationen und unserer praktischen Erfahrung als Cannabis Social Club.
Zuletzt aktualisiert: 2026-06-17 · Hast du einen Fehler gefunden oder fehlt etwas? Sag uns Bescheid
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