Suchtprävention
Suchtprävention & Cannabis — Konzept & Hilfe
Cannabis kann Freude bereiten — und es kann Probleme machen. Wir reden offen darüber. Ohne erhobenen Zeigefinger, aber ehrlich.
Wenn du Fragen hast, dir Sorgen machst oder einfach reden willst — wir sind für dich da. Vertraulich und ohne Vorurteile.
Bei BlattWerk e.V. ist die Mitgliedschaft erst ab 21 Jahren möglich. Wir setzen bewusst auf ein höheres Mindestalter, um junge Menschen zu schützen.
Unser Konzept
Aufklärung statt Verharmlosung
Evidenzbasierte Aufklärung über Wirkungen, Risiken und Nebenwirkungen — sachlich, ohne zu verharmlosen oder zu dramatisieren.
Früherkennung & Intervention
Geschulte Beauftragte beobachten aufmerksam und sprechen Mitglieder bei Anzeichen problematischen Konsums an.
Beratung & Vermittlung
Vertrauliche Beratung und bei Bedarf Vermittlung an professionelle Suchtberatungsstellen.
Mitgliedschaft ab 21 Jahren
Wir nehmen ausschließlich Mitglieder ab 21 Jahren auf — eine bewusste Entscheidung zum Schutz junger Menschen.
Risiken ehrlich benennen
Verantwortungsvoller Umgang beginnt damit, die Risiken zu kennen. Hier die wichtigsten Fakten — evidenzbasiert und ohne Panikmache.
Das Gehirn entwickelt sich bis etwa zum 25. Lebensjahr. Regelmäßiger Cannabiskonsum in dieser Phase kann kognitive Fähigkeiten, Gedächtnis und Lernfähigkeit nachhaltig beeinträchtigen. Je jünger der Einstieg, desto höher das Risiko.
Cannabis kann bei veranlagten Personen Angststörungen, Depressionen oder in seltenen Fällen Psychosen auslösen oder verstärken. Besonders THC-reiche Sorten und hohe Dosierungen erhöhen dieses Risiko. Wer familiär vorbelastet ist, sollte besonders vorsichtig sein.
Etwa 9% aller Cannabiskonsumenten entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Abhängigkeit. Bei täglichem Konsum steigt das Risiko auf etwa 25–50%. Typische Anzeichen: Toleranzentwicklung, Entzugssymptome (Schlafstörungen, Reizbarkeit), erfolglose Reduktionsversuche.
Die Kombination von Cannabis mit Alkohol, Medikamenten oder anderen Substanzen kann unvorhersehbare und gefährliche Wechselwirkungen verursachen. Besonders die Mischung mit Alkohol verstärkt die Wirkung beider Substanzen erheblich.
Cannabiskonsum während der Schwangerschaft kann die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen. THC geht in die Muttermilch über. Während Schwangerschaft und Stillzeit sollte vollständig auf Cannabis verzichtet werden.
Wie erkenne ich problematischen Konsum?
Nicht jeder Konsum ist problematisch. Aber wenn du dich in mehreren dieser Punkte wiedererkennst, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Du konsumierst häufiger oder mehr als du eigentlich vorhast.
Du hast versucht, weniger zu konsumieren — aber es klappt nicht.
Dein Alltag, deine Arbeit oder deine Beziehungen leiden unter dem Konsum.
Du brauchst immer mehr für die gleiche Wirkung.
Du fühlst dich gereizt, unruhig oder schlaflos, wenn du nicht konsumierst.
Du ziehst dich von Freunden oder Aktivitäten zurück.
Du konsumierst, um mit Stress, Angst oder Traurigkeit umzugehen.
Einen oder zwei Punkte wiederzuerkennen heißt nicht automatisch, dass du ein Problem hast. Aber es ist ein guter Anlass, ehrlich mit dir selbst zu sein — oder mit jemandem zu sprechen.
Selbsteinschätzung
Dieser kurze Test hilft dir, deinen Konsum besser einzuordnen. 8 Fragen, anonym, keine Daten werden gespeichert.
1.Wie oft hast du in den letzten 6 Monaten Cannabis konsumiert?
2.Wie oft warst du in den letzten 6 Monaten „high" von Cannabis?
3.Wie oft hast du das starke Verlangen verspürt, Cannabis zu konsumieren?
4.Wie oft hat dein Cannabiskonsum dazu geführt, dass du Dinge nicht erledigt hast?
5.Wie oft hat jemand (Freunde, Familie, Arzt) Bedenken zu deinem Konsum geäußert?
6.Wie oft hast du versucht, deinen Konsum zu reduzieren, ohne es zu schaffen?
7.Wie oft hattest du Probleme mit Gedächtnis oder Konzentration nach dem Konsum?
8.Wie oft hast du Cannabis in einer gefährlichen Situation konsumiert (z.B. vor dem Autofahren)?
Dieser Selbsttest basiert auf dem CUDIT-R (Cannabis Use Disorder Identification Test — Revised) und dient ausschließlich der Selbsteinschätzung. Er ersetzt keine professionelle Diagnose. Deine Antworten werden nicht gespeichert und verlassen nicht deinen Browser.
Ansprechpersonen
Bei Fragen zur Suchtprävention oder bei Bedarf an Beratung.
Suchtpräventionsbeauftragte
Jennifer Trebbin
„Ihr könnt mich jederzeit ansprechen — vertraulich und ohne Vorwürfe."
Externe Ansprechpartnerin
Angela Stetter
„Kein Thema ist zu klein — meldet euch gerne."
Was passiert, wenn ich mich melde?
Anlaufstellen in Hildesheim
Kostenlose und auf Wunsch anonyme Beratung — für Betroffene und Angehörige.
DROBS – Drogenhilfe Hildesheim
Caritas Suchthilfe Hildesheim
Ökumenische Suchthilfe (Diakonie/Caritas)
Weiterlesen
In unserer Wissensdatenbank findest du ausführliche Artikel zu diesen Themen.
Das Suchtpräventionskonzept des BlattWerk e.V. erfüllt die Anforderungen des KCanG (§ 6 Abs. 3). Dieses Gesetz verpflichtet Anbauvereinigungen, ein Gesundheits- und Jugendschutzkonzept vorzuhalten, Präventionsbeauftragte zu benennen und Mitglieder über Risiken aufzuklären. Bei akuten Notfällen: Notruf 112.
