Unser Weg zur Anbaulizenz — 10 Monate, die sich gelohnt haben
Zehn Monate. So lange hat es gedauert, von der ersten Idee bis zur offiziellen Anbaulizenz. Klingt machbar? War es auch — aber es war deutlich mehr Arbeit, als die meisten sich vorstellen.
Alles begann im Mai 2025. Zu fünft saßen wir zusammen und haben beschlossen: Wir gründen einen Cannabis Social Club in Hildesheim. Das KCanG war seit April 2024 in Kraft, die ersten Lizenzen wurden bundesweit erteilt, und wir wollten nicht nur zuschauen.
Die Vereinsgründung war der einfachste Teil. Satzung schreiben, Gründungsversammlung abhalten, Notar, Vereinsregister — das ist bürokratisch, aber überschaubar. Im September 2025 waren wir offiziell im Vereinsregister eingetragen. Was wir unterschätzt haben: Die Satzung muss KCanG-konform sein. Unsere erste Version hatte Lücken bei den Dokumentationspflichten. Die Nachbesserung hat zwei Wochen gekostet. Unser Rat: Lasst die Satzung von Anfang an von einem spezialisierten Anwalt prüfen.
Parallel haben wir das Suchtpräventionskonzept erarbeitet. Das KCanG verlangt ein konkretes, umsetzbares Konzept — keine Kopie aus dem Internet. Wir haben lokale Beratungsstellen in Hildesheim eingebunden, einen Selbsteinschätzungstest entwickelt und interne Ansprechpersonen benannt. Das Konzept war am Ende 15 Seiten lang und hat den Genehmigungsprozess nachweislich beschleunigt, weil die Behörde gesehen hat, dass wir es ernst meinen.
Die Räumlichkeiten waren der größte Engpass. Vermieter, die an einen Cannabis Social Club vermieten? Nicht einfach zu finden. Wir haben über 20 Anfragen gestellt, bevor wir am Wetzellplatz 2 fündig wurden. Die Anforderungen sind streng: Zugangskontrollen, keine Einsehbarkeit von außen, Sicherheitskonzept, Lüftungssystem mit Aktivkohlefiltern. Der Umbau hat mehr gekostet und länger gedauert als geplant.
Den Lizenzantrag haben wir im November 2025 eingereicht. Vereinsregisterauszug, Satzung, Suchtpräventionskonzept, Sicherheitskonzept, Grundrisse, Qualifikationsnachweise, Führungszeugnisse — ein Ordner voller Dokumente. Die Behörde hat professionell und zügig gearbeitet, aber es gab trotzdem Rückfragen und Nachforderungen. Im März 2026 kam dann die Genehmigung.
Was wir anders machen würden: Erstens, die Räumlichkeiten früher suchen — parallel zur Vereinsgründung, nicht danach. Zweitens, von Anfang an mehr Mitglieder einbinden. Die Arbeit auf fünf Schultern zu verteilen war grenzwertig. Drittens, ein realistischeres Budget planen. Die Gesamtkosten lagen deutlich über unserer ersten Schätzung.
Was wir richtig gemacht haben: Transparenz. Wir haben von Anfang an offen kommuniziert — gegenüber der Behörde, gegenüber unseren Mitgliedern und gegenüber der Öffentlichkeit. Das hat Vertrauen aufgebaut und Türen geöffnet.
Wer selbst einen CSC gründen möchte: Auf unserer Seite „CSC gründen" teilen wir unsere Erfahrungen im Detail — inklusive Kostenaufstellung, Zeitplan und den Fehlern, die wir gemacht haben. Schreibt uns gerne, wenn ihr Fragen habt.