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14. April 2026·Redaktion BlattWerk e.V.

KCanG 2026 — Was hat sich seit Inkrafttreten geändert?

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Am 1. April 2024 trat das Konsumcannabisgesetz (KCanG) in Kraft. Zwei Jahre später lässt sich eine erste Bilanz ziehen: Was wurde umgesetzt, wo hakt es, und was steht noch aus?

Lizenzierte Anbauvereinigungen in Deutschland

Stand April 2026 sind bundesweit rund 300 Cannabis Social Clubs offiziell lizenziert. Die Verteilung ist ungleichmäßig: Nordrhein-Westfalen, Berlin und Bayern haben die meisten genehmigten Vereine, während einige Bundesländer — darunter Sachsen und das Saarland — deutlich weniger Genehmigungen erteilt haben. Die Unterschiede liegen vor allem an den zuständigen Landesbehörden und deren Auslegung der Genehmigungsvoraussetzungen.

Herausforderungen in der Praxis

Die größten Hürden für Anbauvereinigungen sind nach wie vor struktureller Natur. Geeignete Räumlichkeiten zu finden, die sowohl den baurechtlichen als auch den sicherheitstechnischen Anforderungen entsprechen, bleibt schwierig. Viele Vereine berichten von Problemen bei der Kontoeröffnung, da einige Banken die Zusammenarbeit mit Cannabis-Vereinen ablehnen. Die Bürokratie — von der Antragstellung bis zur endgültigen Genehmigung — dauert in den meisten Bundesländern zwischen drei und neun Monaten.

Was funktioniert

Die Präventionsarbeit in den Clubs hat sich als Stärke des Modells erwiesen. Die gesetzlich vorgeschriebenen Suchtpräventionsbeauftragten, regelmäßige Informationsveranstaltungen und der direkte Kontakt zu Mitgliedern ermöglichen eine niedrigschwellige Aufklärung. Auch der Gemeinschaftsaspekt wird von vielen Mitgliedern positiv bewertet.

Niedersachsen im Detail

In Niedersachsen ist das LAVES für die Genehmigung zuständig. Das Verfahren gilt als vergleichsweise strukturiert. Aktuell sind im Land mehrere Vereine lizenziert, darunter BlattWerk e.V. in Hildesheim. Die Zusammenarbeit mit den Behörden verläuft sachlich und lösungsorientiert.

Ausblick: Modellprojekte für kommerziellen Verkauf

Die zweite Säule des KCanG — regionale Modellprojekte für den kommerziellen Verkauf in lizenzierten Fachgeschäften — befindet sich weiterhin in der Vorbereitungsphase. Mehrere Kommunen haben Interesse bekundet, konkrete Starttermine stehen jedoch noch aus. Die wissenschaftliche Begleitforschung wird die Auswirkungen auf Gesundheitsschutz, Jugendschutz und den Schwarzmarkt untersuchen.

Weitere Informationen zur rechtlichen Grundlage findest du in unserer Wissensdatenbank. Wer selbst einen CSC gründen möchte, findet auf unserer Seite CSC gründen einen Praxisleitfaden mit Erfahrungswerten.