Indoor-Anbau: Unsere ersten Wochen
Seit dem Erhalt unserer Anbaulizenz im März sind einige Wochen vergangen. Zeit für ein erstes, ehrliches Update aus den Anbauräumen.
Die Infrastruktur steht. Beleuchtung, Belüftung, Bewässerung, Klimasteuerung — alles installiert und in Betrieb. Das klingt einfacher, als es war. Allein die Planung der Lüftungssysteme hat uns mehr Zeit gekostet als erwartet. Geruchsfilter, Luftumwälzung, Temperatur- und Feuchtigkeitskontrolle — das muss alles zusammenspielen, bevor auch nur eine Pflanze in die Erde kommt.
Unsere ersten Sorten stehen in der Vegetationsphase. Wir haben bewusst mit robusten, anfängerfreundlichen Sorten begonnen — Sorten, die Fehler verzeihen und nicht sofort eingehen, wenn ein Parameter mal nicht stimmt. Northern Lights und Blue Dream waren unsere Startauswahl, beide bekannt für Widerstandsfähigkeit und zuverlässiges Wachstum.
Was gut läuft: Die LED-Beleuchtung liefert gleichmäßige PPFD-Werte, die Pflanzen wachsen sichtbar. Die Temperatur halten wir tagsüber bei 24–26°C, nachts bei 18–20°C. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt bei 60–70% in der Vegetationsphase — genau im Zielbereich.
Was uns überrascht hat: Der Stromverbrauch. Trotz energieeffizienter LED-Technik ist der Energiebedarf für Beleuchtung, Klimatisierung und Belüftung erheblich. Das haben wir in der Kalkulation zwar berücksichtigt, aber die realen Zahlen liegen am oberen Ende unserer Schätzung.
Was wir noch lernen: Nährstoffmanagement. Die richtige Dosierung von Stickstoff, Phosphor und Kalium in jeder Wachstumsphase ist eine Wissenschaft für sich. Wir dokumentieren alles akribisch — pH-Wert, EC-Wert, Blattfarbe, Wuchshöhe — um für die nächsten Durchgänge besser vorbereitet zu sein.
Der Anbaurat trifft sich wöchentlich, um den Fortschritt zu besprechen und Anpassungen vorzunehmen. Transparenz gegenüber unseren Mitgliedern ist uns wichtig: Wir werden regelmäßig über den Stand berichten — auch dann, wenn mal etwas nicht nach Plan läuft.
Die nächsten Schritte: Sobald die Pflanzen groß genug sind, beginnt die Blütephase. Dann ändert sich das Lichtregime von 18/6 auf 12/12 Stunden. Bis zur ersten Ernte rechnen wir mit weiteren 8–12 Wochen. Danach folgt Trocknung, Fermentierung und Qualitätsprüfung, bevor irgendetwas an Mitglieder abgegeben wird.
Wir halten euch auf dem Laufenden.