Cannabis und Führerschein 2026 — Die 5 wichtigsten Regeln
Seit August 2024 gilt für Cannabis im Straßenverkehr ein eigenständiger THC-Grenzwert von 3,5 ng/ml im Blutserum. Damit wurde Cannabis aus dem pauschalen Drogenverbot herausgelöst und einer ähnlichen Regelung wie Alkohol unterstellt. Was bedeutet das konkret für dich?
Regel 1: Der Grenzwert liegt bei 3,5 ng/ml. Wer mit einem THC-Wert über 3,5 ng/ml im Blutserum am Steuer erwischt wird, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Erstverstoß: 500 € Bußgeld, 1 Monat Fahrverbot, 2 Punkte in Flensburg. Zweitverstoß: 1.000 €, 3 Monate Fahrverbot. Ab dem dritten Verstoß: 1.500 €, 3 Monate Fahrverbot. Wichtig: Der Grenzwert bezieht sich auf aktives THC im Blutserum, nicht auf THC-COOH (den Abbauwert). THC-COOH ist deutlich länger nachweisbar, wird aber für den Grenzwert nicht herangezogen.
Regel 2: Mischkonsum mit Alkohol ist verboten. Wer Cannabis und Alkohol kombiniert und fährt, begeht unabhängig vom THC-Wert eine Ordnungswidrigkeit. Es gilt eine absolute Null-Toleranz für die Kombination. Auch geringe Alkoholmengen in Kombination mit Cannabis können zu Sanktionen führen.
Regel 3: Fahranfänger haben strengere Regeln. Für Fahranfänger in der Probezeit und Personen unter 21 Jahren gilt ein absolutes Cannabisverbot am Steuer — analog zur 0,0-Promille-Grenze bei Alkohol. Jeder nachweisbare THC-Wert führt zu Sanktionen.
Regel 4: Die MPU kann schnell kommen. Ab dem zweiten Verstoß oder bei hohen THC-Werten kann die Fahrerlaubnisbehörde eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) anordnen. Die MPU kostet 350–750 €, dazu kommen Abstinenzprogramme (200–500 €), Vorbereitungskurse (300–1.500 €) und gegebenenfalls Anwaltskosten. Der gesamte Prozess dauert 6–18 Monate.
Regel 5: Zeitliche Trennung ist der einzige sichere Schutz. THC kann je nach Konsumhäufigkeit unterschiedlich lange im Blut nachweisbar sein. Bei gelegentlichem Konsum fällt der aktive THC-Spiegel innerhalb von 6–8 Stunden unter den Grenzwert. Bei regelmäßigem Konsum kann es deutlich länger dauern. Die einzige sichere Regel: Nicht fahren, wenn du konsumiert hast. Im Zweifel lieber einen Tag länger warten.
Unsere Empfehlung: Informiere dich in unserem ausführlichen Artikel „Cannabis und Straßenverkehr" in der Wissensdatenbank über alle Details — inklusive der Regelungen zu Blutentnahme, Polizeikontrollen und Fahrradfahren unter THC-Einfluss.